Teilnahme beim Transvulcania Ultratrail auf La Palma

Am Samstag, den 11.Mai startete unser Sportlehrer Herr Weckler beim Transvulcania Ultratrail auf La Palma.

Zum Event gibt es einen kleinen Wettkampfbericht:

Was ist der Transvulcania Ultra eigentlich genau? Der Transvulcania ist einer der legändersten Ultraläufe und gehört bereits seit einigen Jahren zur Skyrunner World Series, für den es eine Qualifikation braucht. Die Laufstrecke geht über knapp 75 Kilometer. Während des Laufs gewinnt man 4500 Höhenmeter (+) und 4200 Hm (-). Die gesamte Strecke geht durch die vielseitige Vulkanlandschaft der Kanareninsel und findet ausschließlich auf Trails statt, somit keinerlei Straßen oder gepflasterten Wegen.

Bevor die eigentliche Reise auf die Kanaren begann, startete mein sportlicher Weg dorthin schon viel früher. Über einige Marathons und die Ironman-Triathlondistanz ging dieser über Jahre stetig in Richtung Ausdauersport und Langdistanzen. So entstand im Sommer 2018 die Idee den Transvulcania als Rennen in Angriff zu nehmen, da das Laufen im Gelände und über die vielen Höhenmeter nochmal eine spezielle und neue Herausforderung darstellte. Im Oktober musste also noch schnell ein Berglauf als Qualifikation über mindestens 40 Kilometer her, so dass ich kurzfristig am „Haria Extreme“ auf Lanzarote teilnahm. Das Erreichen des Ziels bedeutete automatisch die Voraussetzung zum Start beim Transvulcania 2019.

Mai 2019:Bereits eine Woche vor dem Lauf ging es auf die Kanaren, um den Körper an das Klima dort zu gewöhnen. Fanden die Trainingsläufe in Deutschland meist bei 5-10 Grad statt, sollte die Temperatur am Wettkampftag bei 30 Grad und Sonne liegen. In den Tagen vor dem Wettkampf fanden noch drei lockere, aber gute Trainingsläufe über 10 – 15 Kilometer auf Teneriffa statt, gemeinsam mit spanischen Ultraläufern, die eine wettkampfnahe Vorbereitung in den Bergen planten.

Zwei Tage vor dem Lauf ging es mit der Fähre nach La Palma, dort holte ich dann die Startunterlagen ab und dann ging es schon los.

Der Wettkampftag: Aufstehen um 3:30h, den Laufrucksack ein letztes Mal kontrollieren. Ist die Ausrüstung komplett? Stirn- und Rückenlampe dabei? Verpflegung eingepackt? Dann ging es los Richtung Start. Dieser fand um 6:00h am Leuchtturm Fuencaliente an der südlichsten Spitze von La Palma statt. 2000 Ultraläufer und eine Menge Zuschauer fand sich an der Küste ein, um den Start „zu feiern“. Die ersten 20km ging die Strecke ausschließlich durch die Vulkanlandschaft, die Wälder der Insel, zwei kleine Bergdörfer und Lavafelder hinauf bis auf 2000 Meter. Momente wie der Sonnenaufgang, durch den man um kurz vor 8 Uhr mitten in der Vulkanlandschaft läuft, lassen einen die Zeit und die Distanz vergessen, ebenso die Ausblicke, die man über die Insel genießen kann. An der ersten größeren Verpflegungsstation bei KM 25 mitten in einem Waldstück traf ich das erste Mal wieder auf eine größere Menschenmenge, die an der Verpflegung bei Musik auf die Läufer wartete.

Von diesem Punkt bei KM 25 ging es über anspruchsvolle Trails hoch und runter, bis man bei KM 51 den höchsten Punkt der Strecke auf 2426m erreichte (Roque de los Muchachos). Die Sonne knallte ab dieser ersten Verpflegung durchgehend und auch auf dem Vulkan stiegen die Temperaturen auf ca.25 Grad. Schattige Plätze gab es ebenfalls nicht mehr, da die Laufstrecke meist über der Baumgrenze (ca. 1800m) entlang führte. Überraschenderweise kam in diesem Abschnitt für mich kein Erschöpfungspunkt, sondern es ging immer gut voran. Trotzdem waren natürlich vor allem die langen ansteigenden Passagen kräftezehrend. Knapp 9 Stunden waren bereits vorüber, als ich den höchsten Punkt erreichte. Dort angekommen wartete eine 18km lange „Downhill“ Passage über die Felsen bis zum Strand von Tazacorte. Knapp 2500 Hm sollte es auf den folgenden 18,5km hinab gehen, bis man bei einer Temperatur von etwas über 30 Grad am Hafen von Tazacorte ein letztes Mal Verpflegung bekam, bevor es die letzten 5km in den Zielort Los Llanos de Aridane hinauf ging. Diese letzte Passage zeichnete sich nochmal durch extreme Steigungen aus, die man in einem Stillgelegten Flussbett zurücklegte.

Nach 12:45h in Laufschuhen, sowie einer Menge Eindrücke, Erlebnisse und Erinnerungen, ging es über die lange Zielgrade und schlussendlich lief ich ins Ziel des Transvulcania 2019.

Von den 2.000 Läufern, die an diesem Morgen beim Transvulcania gestartet waren, erreichten nur 950 das Ziel.

In der Gesamtwertung belegte ich nach 12:45h Platz 364, doch für mich bedeutet diese Teilnahme sehr viel mehr als die Platzierung und die Endzeit. Es sind die Erfahrungen, die eine solche Teilnahme mit sich bringt – die kleinen Momente auf der Strecke durch die verschiedenen Landschaften, die Menschen aus aller Welt, die man am Wettkampftag kennenlernt, das Training in den Monaten zuvor und nicht zuletzt das Austesten der eigenen Grenzen.

Ein großer Dank gilt an dieser Stelle auch der Schulleitung, die es mir ermöglicht hat, das Event wahrzunehmen!!!

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