Im Laufe des Schuljahres besuchten alle Physik-Grundkurse der Q1 das Einstein Telescope Education Centre (ETEC) im Discovery Museum in Kerkrade. Nachdem der Kurs von Herrn Meßlinger bereits zu Beginn des Jahres vor Ort gewesen war, folgten später auch die Kurse von Herrn Goertz und Herrn Roth.
Im Mittelpunkt der Exkursion stand das geplante Einstein-Teleskop, ein unterirdisches Observatorium zur Messung von Gravitationswellen, das neue Einblicke in das Universum ermöglichen soll. Die Euregio Maas-Rhein im Grenzgebiet zwischen Deutschland, Belgien und den Niederlanden gehört zu den möglichen Standorten dieses internationalen Großforschungsprojekts.
Im Einstein Telescope Education Centre konnten die Schülerinnen und Schüler einen Tag lang selbst in die Rolle von Forschenden schlüpfen. Das speziell auf die Oberstufe zugeschnittene Programm verbindet interaktives Lernen mit eigenständigem Forschen und knüpft gezielt an Inhalte des Physikunterrichts an. Nach einer Einführung in das geplante Projekt und die physikalischen Grundlagen ging es zunächst darum, wie Gravitationswellen überhaupt nachgewiesen werden können und welche technischen Herausforderungen mit den dafür notwendigen hochpräzisen Messungen verbunden sind. Eine interaktive Vorlesung mit verschiedenen Experimenten bildete dabei die Grundlage für die anschließende praktische Arbeit. Bei der deutschsprachigen Umsetzung des Angebots wird das Discovery Museum vom Physikinstitut der RWTH Aachen unterstützt.
In verschiedenen Workshops beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit Themen wie Lasertechnik, Schwingungen, Datenanalyse und Geophysik. Dabei wurden immer wieder Inhalte aufgegriffen, die bereits aus dem Physikunterricht bekannt waren. Insbesondere bei der Beschäftigung mit Lasern und Interferenz konnten die Schülerinnen und Schüler an zuvor erarbeitete Grundlagen anknüpfen und erleben, welche Bedeutung diese physikalischen Prinzipien für die Funktionsweise eines modernen Gravitationswellendetektors haben.
Die Inhalte und Experimente waren dabei so aufbereitet, dass sie unmittelbar an den Unterricht anknüpften, zugleich aber darüber hinausgingen und Einblicke in aktuelle Forschung ermöglichten. Gerade diese Verbindung von bekannten physikalischen Grundlagen mit ihrer Anwendung in einem internationalen Forschungsprojekt machte den Besuch besonders interessant.
Nach der Workshop-Phase ging es ins ETEC-Kreativstudio. Dort bestand die Aufgabe darin, die zuvor gewonnenen Erkenntnisse noch einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten und für eine eigene Präsentation kreativ aufzubereiten. Die Schülerinnen und Schüler überlegten, welche Aspekte ihres Themas besonders wichtig sind und wie sich auch komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge anschaulich und verständlich vermitteln lassen. So stand zum Abschluss nicht mehr nur das eigene Experimentieren und Forschen im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, wie wissenschaftliche Inhalte verständlich kommuniziert werden können. Die entstandenen Ideen und Präsentationen bildeten schließlich den gemeinsamen Abschluss des Exkursionstages.
Ermöglicht wurde die Exkursion zudem durch die Unterstützung des zdi-Netzwerks Aachen und Kreis Heinsberg, das die Fahrtkosten zum Discovery Museum übernahm. Dafür bedanken wir uns herzlich.
Die Exkursion zeigte sehr anschaulich, wie eng die im Unterricht behandelten Inhalte mit aktueller Forschung verbunden sind. Besonders spannend war dabei die Vorstellung, dass ein Großforschungsprojekt wie das Einstein-Teleskop möglicherweise einmal direkt in unserer Region entstehen könnte. Wir hoffen daher, dass auch künftige Oberstufenjahrgänge die Gelegenheit zu einem Besuch des ETEC erhalten werden.
Roth