Elternbrief 25.06.2020

Liebe Eltern,

wie Sie vermutlich aus den Medien erfahren haben, gehen die Planungen des Schulministeriums dahin, dass wir nach den Ferien zum Regelbetrieb in allen Schulen NRWs zurückkehren werden. Vorgestern ist uns dies auch in einem 19-seitigen Brief des Staatssekretärs mitgeteilt worden, der dieser Mail beigefügt ist. In vielen Bereichen sind die Informationen noch wenig konkret, dennoch ist die Richtung nunmehr vorgegeben und wir sind froh, dass wir eine zunehmende Planungssicherheit bekommen. Auf folgende Punkte aus dem Brief möchte ich kurz hinweisen, weil sie mir am wichtigsten erscheinen:
1.Bis Mitte August ist mit weiteren Lockerungen zu rechnen, sodass man auch vorsichtig davon ausgehen kann, dass Präsenzunterricht in Gruppen stattfinden darf, deren Zusammensetzung über den Schultag hinweg nicht gleich bleibt. Das ist für die gesamten Oberstufenkurse, aber auch für die Fremdsprachen und WPII-Kurse in der SekI von entscheidender Bedeutung.
2.Sollten einzelne Fälle von Infektionen stattfinden, so kann eine Schule natürlich von den Gesundheitsbehörden wieder geschlossen werden. In diesem Falle wird es ein weiteres Lernen auf Distanz geben. Hier sehe ich uns am Couven gut aufgestellt. In einer Umfrage direkt bei den Schülerinnen und Schülern haben wir jüngst noch einmal erhoben, welche Kinder und Jugendlichen zuhause nicht oder nur selten auf entsprechende Geräte oder Ruheräume zurückgreifen können. Nach Auswertung dieser Umfrage werden wir gezielt Unterstützung leisten können. Die im Brief des Ministeriums angekündigten Mittel werden wir hierzu einsetzen, wenn sie denn auch wirklich zur Verfügung stehen. Begleitet werden jegliche Maßnahmen des Lernens auf Distanz von einer Gruppe aus Kolleginnen, Kollegen, Eltern und Schülerinnen bzw. Schülern, die wir vor einigen Wochen bereits ins Leben gerufen haben.
3.Neben dem Regelunterricht dürfen auch die schulischen Gremien wieder in voller Stärke in der Schule tagen, sodass die Eltern- und Schulpflegschaftssitzungen im kommenden Sj. in gewohnter Form stattfinden können.
4.Auf einige wenige Kolleginnen und Kollegen, die aufgrund eigener Vorerkrankungen und entsprechender Attestierungen keinen Präsenzunterricht durchführen dürfen, werden wir auch zu Beginn des kommenden Sj. noch verzichten müssen. Hier prüfen wir natürlich die Möglichkeiten eines entsprechenden Unterrichts auf Distanz, werden aber auch die zusätzlichen personellen Möglichkeiten ausschöpfen, die das Ministerium im Brief in Aussicht stellt.
5.Anders als bislang wird es für den Unterricht auf Distanz vermutlich auch die Möglichkeit der Leistungsbeurteilung geben. Hier bedarf es jedoch noch der weiteren Konkretisierungen durch entsprechende Erlasse.
6.Der Betrieb von Schulmensen ist wieder erlaubt, sodass ich davon ausgehe, dass die Firma Biond dann auch nach den Ferien als neuer Betreiber starten wird.
7.Wie wir es uns gewünscht haben, wird für die Schülerinnen und Schüler, die im kommenden Jahr Abitur machen, ein verändertes Prüfungsformat gültig sein. Die Prüfungen werden geringfügig (9 Tage) nach hinten verschoben, entscheidender ist aber, dass die Auswahlmöglichkeiten bei den zentral gestellten Prüfungen von Lehrer- und Schülerseite vielfältiger sein werden. So ist gewährleistet, dass unsere Abiturientinnen und Abiturienten in jedem Fall Klausuren vorfinden werden, deren Inhalt auch im Unterricht behandelt wurde.
8.Skeptisch sehen wir noch die Ankündigungen des Ministeriums hinsichtlich der Digitalisierung. Im Brief wird sehr stark auf die vom Land schon seit Jahren angekündigte und immer wieder aufgeschobene Einführung der Lernplattform Logineo NRW eingegangen. In einer für uns unerfindlich schnellen Umsetzung sollen jetzt auch Schülerinnen und Schüler hieran partizipieren können. Eine Aus- und Fortbildung schon beginnend mit den Sommerferien ist geplant. Hier sind wir doch sehr skeptisch, was die Umsetzung angeht und sind sehr froh, dass wir mit dem System Office 365 auf ein in den vergangenen Wochen gut erprobtes und sauber funktionierendes System zurückgreifen können, wenn es doch wieder zum Unterricht auf Distanz kommen sollte.
9.Im Zusammenhang mit der Digitalisierung möchte ich auch auf die Förderprogramme eingehen, mit denen man die schnelle Umsetzung der technischen Möglichkeiten realisieren möchte, die zum Lernen auf Distanz notwendig sind. Zwei der Programme sind bereits weit vor Coronazeiten aufgelegt worden (Gute Schule 2020 als Landesprogramm und der DigitalPakt als Bundesprogramm) Mit dem ersten Programm werden wir jetzt nach langer Wartezeit in den Sommerferien mit Präsentationsmedien ausgestattet, was wir aus dem zweiten Programm erhalten, wird seit Monaten schon beim Schulträger geklärt. Die dann noch verbleibenden 105 Millionen aus dem Soforthilfeprogramm des Bundes haben ihren Weg in die Schulen bislang auch noch nicht gefunden, sodass der Begriff Soforthilfe durch die Vorgehensweise ad absurdum geführt wird.. Auch bezüglich dieser Finanzierungen sind wir deshalb sehr skeptisch und sind froh, dass der Förderverein für Zwischenfinanzierungen zur Verfügung steht.
An diesen Punkten sehen Sie, dass wir trotz der richtungsweisenden Signale aus dem Ministerium immer noch in vielen Bereichen ins Blaue hinein planen müssen. Wir hoffen, dass Sie uns in den kommenden Wochen auch weiterhin das Verständnis und das Vertrauen entgegenbringen, welches seit Beginn der Coronakrise doch manches Mal hart auf die Probe gestellt wurde. Uns ist bewusst, dass wir Ihnen als Eltern viel abverlangt haben, Sie können aber versichert sein, dass die Situation für uns auch nicht immer einfach war, wir aber immer so versuchen zu handeln, dass wir das Beste für unsere Schülerinnen und Schüler erreichen können.

In der Hoffnung, dass wir die Krise bald überstanden haben und mehr und mehr zur Normalität zurückkehren können, verbleibe ich mit den

besten Wünschen auf gute Erholung und Gesundheit

Michael Göbbels,
Schulleiter
Tel. 0241-705200
Michael.Goebbels@mail.aachen.de
www.Couven.de

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