Berufsbörse am Couven – ein kleiner Bericht

Es war ein ganz und gar nicht gewöhnlicher Freitagabend, den der Schulleiter mit einer euphorischen Rede am 17.11.2017 eröffnete : Die Rede ist von der alle zwei Jahre stattfindenden Berufsbörse, wo besonders den Schülern und Schülerinnen der Jahrgangsstufe 9 diverse Berufe und vor allem deren Anforderungen, Pflichten und Arbeitsbedingungen durch Präsentationen und Erfahrungsberichte über die Karrieren verschiedene Eltern näher gebracht werden. Die Zielsetzung war natürlich, die SuS auf die Berufswahl durch persönliche Gespräche, in welchen Fehleinschätzungen, Zweifel und Unklarheiten beseitigt werden sollten, vorzubereiten. Für den ein oder anderen wird dies vielleicht schon nach Vollendung der Klassenstufe 9 anstehen. Trotz der für SuS eher unfreundlich Zeitgestaltung am Freitagabend zwischen 18:00 und 20:00 Uhr, gab es so gut wie keine Fälle von plötzlichen Krankmeldungen, was auch das Interesse der SuS an der Veranstaltung deutlich machte. So traf man auf wissbegierige Schüler und Schülerinnen, welche sofort anfingen, den Präsentationen der freiwillig erschienenen Eltern zu lauschen und auch teilweise sehr konkrete und fachliche Fragen mit ihnen diskutierten. Es herrschte reges Interesse und jeder konnte unter den unterschiedlichen Präsentationsständen, die in der Aula aufgebaut waren, einen für sich in Frage kommenden Beruf finden. Für den großen Aufwand, den die Eltern betrieben, wurden sie auch recht zahlreich von den Schülern und Schülerinnen gelobt und viele von ihnen sahen die Berufsbörse als ideale Ergänzung zur vorherigen Berufsorientierung, welche in der Jahrgangsstufe 8 begonnen wurde, da sie viele Fragen, die sie durch die im Vorfeld im Rahmen der Berufsorientierung erhalten Informationen konkretisiert hatten, nur im persönlichen Gespräch und nicht durch Recherche im Internet klären konnten. Meine Befragungen von Mitgliedern der Klassen 9a, 9b, 9c, 9d und 9e kamen des Weiteren auch zum Ergebnis, dass viele Schüler und Schülerinnen durch wegweisende Eindrücke, die ihnen durch die Präsentationen vermittelt wurden, entweder realisierten, dass sie ihrem Berufswunsch richtig lagen oder dass sie diesen noch ändern mussten. Darin lag für die SuS auch die enorme Wichtigkeit des Abends, da sie ohne die verschieden Einblicke, die sie am Abend erhielten, möglicherweise einen Beruf ergriffen hätten, der in der Vorstellung zwar ihren Wünschen entspricht aber in der Praxis diese doch eher weniger deckt. Außerdem war auch zu beobachten, dass die Veranstaltung auch SuS aus anderen Jahrgangsstufen wie 8 und EF anlockte, welche zwar nicht verpflichtet waren, zu erscheinen, aber sich die Chance durch persönliche Gespräche hinter die Kulissen verschiedenster Berufe/Berufsgruppen zu schauen bzw. zu hören nicht entgehen lassen wollten. Zwar wurde auch Kritik an der Durchführungstechnik des Events geübt, welche sich im Kern darauf belief, dass aus der große Zahl an SuS und Präsentationsständen eine große Enge in der Aula resultierte, teilweise populäre Berufe fehlten wie z.B. der des/der Psychologen/Psychologin, die Zeitspanne etwas zu großzügig mit einer Länge von 2 Stunden ausgewählt wurde, die Orientierung durch fehlende große Plakate an den Berufsständen etwas beeinträchtigt war und dass die Länge der reinen Präsentationszeit einzelner Berufsvertreter etwas zu lang war, da dann im Anschluss weniger Zeit für Fragen und Diskussionen blieb. Als Alternativen wurden in meinen Befragungen eine Verteilung der einzelnen Berufe auf Unterrichtsräume und Aushang einer Übersicht mit Informationen über die genaue Raumverteilung der einzelnen Berufe zur besseren Orientierung und Beseitigung der Enge, mehr Flexibilität der Eltern, nur über bestimmte die SuS interessierenden Themen zu berichten, um mehr Zeit für Fragen im Anschluss zu haben und eine noch höhere Zahl an Berufsvertretern zur Erweiterung der Berufsspektrums und Zielgruppe vorgeschlagen. Im großen und ganzen aber lobten die SuS die Veranstaltung doch weitgehend, da sie aus ihr viel entschlossener und ohne große Zweifel hinausgingen und ihre Berufswünsche maßgeblich an diesem Abend gefestigt hatten. Auch den Vortragenden selbst gefiel die Veranstaltung sichtlich, sowohl als Plattform mit den Schüler und Schülerinnen diskutieren zu können und sie auf ihre Karriere vorbereiten zu können, als auch als Plattform, um sich mit Kollegen verwandter Berufsgruppen auszutauschen und über die Verbindungen und Bestrebungen für die Zukunft der unterschiedlichen Berufe zu diskutieren. Der ein oder andere Schüler hätte am nächsten morgen wohl am liebsten schon sein Studium oder seine Ausbildung angetreten. Schließlich führten die Gespräche an diesen Abend aber auch dazu, dass sich die Schüler und Schülerinnen neue Lernschwerpunkte und -motivationen setzten und ihre Anstrengung in diesen Bereichen auch mit Blick auf die bevorstehende Oberstufe zu intensivieren. Am Ende auch noch mal ein großes Dankeschön an die Freiwilligen der Oberstufe, welche für ausreichend Snacks und Speisen gesorgt haben, welche bei der regen mentalen Leistung an diesem Abend auch auf die richtigen Abnehmer trafen und natürlich auch an die freiwilligen Eltern, die keine Mühe gescheut haben, um den Schüler und Schülerinnen einen möglichst ansprechenden Präsentationsabend zu bieten. Zuletzt kann man noch festhalten, dass die diesjährige Berufsbörse weit über ein bloßes Informieren über verschiedene Berufe hinausging.

Marlon Huestege

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