Café Plattform und die Plätzchen

Bereits im Dezember machte sich der evangelische Religionskurs der Jgst. 8 von Frau Boberg auf, um das Café Plattform, eine Aufnahmestelle für Obdachlose in Aachen, zu besuchen. Es ist ein Café, in dem Obdachlose sich für wenig Geld etwas zu essen kaufen und sogar in bestimmten Räumen übernachten können.

Nachdem wir eingetreten waren, begrüßte uns die Leiterin des Cafés, Frau Holzapfel, freundlich und wir durften uns an die Tische setzen. Erst hat sie uns etwas über das Café erzählt, z.B. dass es immer offen ist und welche Räumlichkeiten es gibt.. Zu unserer Überraschung ist das Essen dort nicht kostenlos, aber es kostet auch nicht so viel wie normal; man bezahlt für einen Hotdog oder Fritten 1€. Das Essen ist von guter Qualität, erzählte uns Frau Holzapfel, es gibt hier keine Abfälle oder angelaufene Lebensmittel, denn die Obdachlosen sollen nicht so behandelt  werden als wären sie schlecht genug, das zu essen, was wir nicht mehr wollen.

Danach hat sie uns einige Fragen zu Obdachlosen und unseren Erfahrungen mit diesen Menschen gestellt, z.B. „Was glaubt ihr, gibt es mehr Männer oder mehr Frauen, die obdachlos sind?“ Sie hat uns erklärt, dass mehr Männer in die Situation geraten, obdachlos zu werden, da Frauen sich eher Hilfe suchen oder bei Männern unterkommen. Danach konnten wir selber Fragen stellen, z.B. was für Menschen hierher kommen. Sie sagte, dass es ganz unterschiedliche Leute sind, z.B. drogen- oder nikotinabhängige Menschen, die ihr ganzes Geld dafür verschwenden, ihre Sucht zu befriedigen, aber auch Arbeitslose, die schon zu alt sind, um noch einmal neu anzufangen, oder Leute, die von ihrer Familie ausgegrenzt wurden. Außer Wohnungslosen und Armen dürfen auch andere in das Café kommen, doch die kommen selten. Als wir die Schlafräume besichtigten, stellten wir fest, dass in einem kleinen Raum 8 Personen in Etagenbetten schlafen können, die sehr eng gestellt sind. Die Räume liegen im Keller und sind ziemlich dunkel und kalt, aber es gibt auch zwei Badezimmer mit Duschen. Shampoo, Rasierschaum etc. kann man sich vom Café ausleihen.

Auf die Frage, wie wir das Café gerade in der Weihnachtszeit unterstützen können, sagte Frau Holzapfel, dass sie sich sehr über selbstgebackene Kekse freuen würden, da das etwas sei, was viele Obdachlose an ihre Kindheit oder frühere Zeit erinnern würde. So etwas könne man nicht kaufen und sei anders als gekaufte Kekse. Am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien brachten wir unsere Kekse mit zur Schule, so dass Frau Boberg sie dann zum Café Plattform bringen und überreichen konnte. Wir hoffen, dass sie geschmeckt haben!

(David, Paula, Karen, Hannah aus der Jgst. 8)

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