Biologie-Studienfahrt nach Istrien

SV100029Die Biologie-Studienfahrt der Q2 (26.9.-2.10.) ging dieses Jahr nach Pula, an der Südspitze von Istrien, einer großen Halbinsel von Kroatien.

Die Busfahrt über Nacht stellte sich als recht angenehm heraus – fast jeder hatte zwei Sitze – und war mit etwa 14 Stunden Fahrt sogar kürzer als gedacht. Kurz nach der Ankunft wurde erst einmal die Umgebung erkundet. Die frische Meeresluft in Kombination mit der Sonne tat nach der langen Busfahrt besonders gut. Im Anschluss konnten die Hotelzimmer bezogen werden, und wer Glück hatte, bekam sogar ein Zimmer mit Meerblick. Nachdem sich alle ein wenig frisch gemacht haben, ging es schon mit unserem ersten Programmpunkt los. Wir fuhren mit dem Linienbus in die Altstadt von Pula, wo uns eine Führung durch das sechstgrößte Amphitheater der Welt erwartete. Pula, eine der geschichtsträchtigsten Städte Kroatiens, war lange Zeit von den Römern besetzt, woran eine Menge antiker Gebäude, vor allem das Amphitheater, erinnern. Im Anschluss an die Besichtigung ging die Führung weiter durch die Altstadt. Danach ging es wieder zurück ins Hotel, wo alle nach diesem anstrengenden Tag und dem Abendessen erschöpft in die Betten fielen.

SV100020Am nächsten Morgen war die Vorfreude groß, denn wir gingen schnorcheln. Nicht weit vom Hotel entfernt lag die Tauchschule Valsaline, bei der wir zunächst eine Stunde schnorchelten und im Anschluss in der Meeresschule noch Näheres über einige entdeckten Tiere erfuhren. Alle Tauchlehrer vor Ort waren Deutsche oder Österreicher, somit stellte die Kommunikation kein Problem dar. Was allerdings problematisch war, war die Wassertemperatur. Sie kam einem zwar anfangs nicht kalt vor, nach einer Stunde im Wasser war man aber bis auf den letzten Zentimeter durchgefroren. Doch diese eine Stunde frieren hatte sich vollkommen gelohnt. Unter Wasser herrscht eine ganz andere Welt, was einfach unbeschreiblich war. In den tiefsten Bereichen unseres Tauchgangs sah man in alle Richtungen nur das blau des Meeres, was jedem etwas unheimlich, aber zugleich auch äußerst beruhigend vorkam. Zwischendurch tauchte der Tauchlehrer an den Grund und holte einige Meerestiere an die Oberfläche, sodass wir sie auch von Nahem betrachten konnten (siehe Bild oben).

Nach dem Workshop hatten wir kurz Zeit, uns im Hotel auszuruhen, bevor es zu unserem nächsten Programmpunkt ging. Einige Kilometer von Pula entfernt bekamen wir eine Führung durch einen riesigen Kräutergarten (‚Histria Aromatica‘), welcher privat angelegt worden war. Dort erläuterte man uns die kosmetischen und gesundheitlichen Vorteile der einzelnen Pflanzen. Den Abend haben wir dann am Strand ganz gediegen mit Blick auf den schönen Sternenhimmel ausklingen lassen.
Am darauf folgenden Tag machten wir eine geführte Istrien-Rundfahrt, bei der wir verschiedene interessante Orte mit dem Bus anfuhren. Der erste Halt war die Karstgrotte Baredine, welche bis zu 60 Meter Tiefe zu besichtigen war. Die einzigartigen Strukturen der Tropfsteinhöhle waren einfach atemberaubend. Am tiefsten Punkt gab es dann einen unterirdischen See und die merkwürdigen Grottenolme zu betrachten.

SV100055Der nächste Halt der Rundreise war an einem der bekanntesten Trüffelorte Kroatiens: Motovun. Dieser liegt auf der Spitze eine Berges, welchen wir zunächst einmal erklimmen mussten. Dieser Ort war einst von den Venezianern besetzt, was ein Markuslöwe am Stadttor verrät. Nach einer interessanten Führung durchstöberten wir den ein oder anderen Spezialitätenladen, probierten die für die meisten leckeren Trüffelprodukte und kauften schon die ersten Souvenirs. Beim Abstieg verletzte sich eine Mitschülerin am Knöchel und musste dann den Rest des Weges hinuntergetragen werden (oder gefahren ;)). Die Verstauchung stellte sich im Nachhinein als harmloser heraus als zuvor angenommen, sodass es ohne Probleme weitergehen konnte.
Danach ging es weiter im Bus zur Hafenstadt Rovinj. Der Ort war unserer Meinung nach einer der schönsten Orte, die wir je gesehen hatten. Die engen verwinkelten Gassen versprühten einen Charme, der jeden in seinen Bann zog. Zudem hatte man einen wunderschönen Blick auf das Meer, was in einem hellen Blau ringsherum um die Halbinsel erstrahlte. Rovinj, die meist besuchte Stadt Kroatiens, war allerdings ziemlich überlaufen, was den Besuch etwas weniger angenehm machte. Vor Ort hatten wir gut zwei Stunden, die wir hauptsächlich am Strand mit den Füßen im Wasser oder mit einem Stadtbummel durch die schönen Gassen verbrachten. Danach ging es wieder zurück zum Hotel.

SV100072-neuDer nächste Tag begann mit einem Besuch im Aquarium Pula, unweit vom Hotel entfernt. Das Gebäude, eine alte Festung aus der KuK-Zeit, wird als Meeresaquarium mit Forschungs- und Schildkrötenrettungsstation genutzt. Hier waren die verschiedensten Meerestiere in unterschiedlich großen Becken zu sehen.

Beim Nachmittagsprogramm teilte sich die Gruppe auf. Der eine Teil blieb den Nachmittag über im Hotel und hatte die Möglichkeit Volleyball zu spielen. Der Rest begab sich mit Herrn Knörzer und Frau Jeschke auf eine Wanderung zum Naturpark Kap Kamenjak, dem südlichsten Punkt der Halbinsel Istrien. Safaribar1Die Wanderung dauerte in etwa zwei Stunden. Am Ziel angekommen erwartete uns eine in die Vegetation integrierte, unbeschreiblich charmante Bar, wo sich einige eine Stärkung genehmigten und andere ihre Füße im Wasser etwas abkühlten. Für die meisten war die Wanderung offenbar nicht anstrengend genug gewesen, denn sie tobten und vergnügten sich noch an den Spielanlagen der Safari Bar.

Am letzten Tag mussten die Zimmer gegen 10 Uhr geräumt werden. Da unsere Heimfahrt jedoch erst am späten Nachmittag losging, ließen wir das Gepäck im Hotel und verbrachten den Tag in Pula. In kleinen Gruppen erkundeten wir dann nochmal den Markt und die Altstadt in eigener Regie. Zum Abschluss gingen dann einige Gruppen noch eine Kleinigkeit essen, bevor es dann um 18 Uhr wieder in Richtung Heimat ging.

Zusammenfassend muss ich sagen, dass mir die Studienfahrt sehr gut gefallen hat. Die Programmpunkte haben alle sehr viel Spaß gemacht, sodass einem an keinem Punkt der Fahrt langweilig wurde. Schade, dass wir aus Sicherheitsgründen nicht öfter mal ins Meer springen durften, der Hotelpool war da keine echte Alternative.

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von Moritz Mering

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