Zwischenbericht: die Internationale Förderklasse am Couven

IFK_2012Wer ist denn der neue Schüler in meiner Klasse und wo kommt er her?“ – Diese Frage hat sich vermutlich jeder schon einmal zu Beginn eines neuen Schuljahres gestellt. Doch für die Schülerinnen und Schüler einiger Klassen des Couven kamen ab dem Sommer zudem auch die Fragen auf: „Welche Sprache spricht der bzw. die Neue in unserer Klasse? Und warum ist er bzw. sie nicht in allen Fächern bei uns im Unterricht?“

Seit dem Schuljahr 2012/13 gibt es am Couven Gymnasium  eine Internationale Förderklasse (kurz: IFK). In der IFK werden Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund unterrichtet, die entweder ohne oder mit nur geringen Deutschkenntnissen nach Deutschland kommen. Der Kontakt läuft über die „Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien“ der Stadt Aachen.

Zur Zeit befinden sich fünf Schülerinnen und neun Schüler unterschiedlicher Altersjahrgänge in der Internationalen Förderklasse, die von Couven-Lehrer Jörg Schoenen geleitet wird. Sie kommen unter anderem aus Kroatien, Russland, Ungarn, Italien, China, Pakistan oder Bangladesch und haben alle ein gemeinsames Ziel: Sie alle möchten so schnell wie möglich die deutsche Sprache erlernen, um kontinuierlich in ihre Regelklassen integriert zu werden und Schritt für Schritt am Unterricht in den verschiedenen Fächern teilzunehmen. Seit Schuljahresbeginn sind sie am Sport- und Kunstunterricht beteiligt und wurden teilweise bereits – je nach ihrem individuellen sprachlichen Kenntnis- und Entwicklungsstand – zur Teilnahme an weiteren Fächern wie Englisch, Mathematik, Informatik oder Chemie in ihre Klassen entsandt.
In allen übrigen Unterrichtsstunden befinden sie sich in der Internationalen Förderklasse und lernen die deutsche Sprache. Doch wie läuft der Unterricht dort eigentlich ab?

IFK2Da die Schülerinnen und Schüler seit unterschiedlich kurzer Zeit in Deutschland leben, verschiedenen Alters sind, in ihren Heimatländern gar keinen oder bereits etwas Deutschunterricht erhalten haben und demzufolge mit Deutschkenntnissen ausgestattet sind, die vom Anfänger bis hin zu passablen Grundkenntnissen reichen, ist an einen Unterricht im altbekannten und klassischen Sinne kaum zu denken. Je nach Lern- und Entwicklungsstand arbeiten die IFKler mit unterschiedlichen Materialien an verschiedenen Aufgaben zur Grammatik, Wortschatz, Satzbau, Rechtschreibung sowie an Lese- und Hörverstehensübungen. Sie schreiben und lesen kleine einfache Texte, machen Einzel- oder Partnerinterviews, lernen neue Vokabeln nach Wort- und Themenfeldern und erfahren alltags- und praxis-bezogen kulturelle und traditionelle Bräuche und Besonderheiten. So wurde beispielsweise ein für uns recht gewöhnlicher Besuch des Aachener Weihnachtsmarktes für einige Schüler der IFK kurz vor den Winterferien zu einem ungewohnten und einmaligen Exkursionserlebnis, insbesondere da manche von ihnen noch nie Weihnachten gefeiert haben.

Doch neben all diesen inhaltlichen und interkulturellen Aufgaben, die sich hinsichtlich des Lehrens und Erlernens der deutschen Sprache stellen, sticht ein Ziel hervor, das von besonderer Wichtigkeit ist – den neu in Deutschland und an unserer Schule angekommenen Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, dass sie bei uns willkommen sind und sich am Couven wohlfühlen können. Ein Ziel, zu dem wir alle beitragen können!

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